Ab sofort nehme ich euch mit auf die spannende Abenteuer-Reise „zweite Schwangerschaft“. Welche körperlichen Veränderungen machen sich bemerkbar und wo zwickt es manchmal. Und natürlich möchte ich für euch und für mich ein wenig versuchen einen Vergleich zu finden zu meiner ersten Schwangerschaft mit dem kleinen Schweden. Denn immerhin sind mittlerweile sechs Jahre vergangen und mit 38 Jahren gehöre ich nicht wirklich zu den jungen Mamis. Das heißt auch, dass ich eine Risikoschwangere bin und mir Gedanken machen muss, über verschiedenste Arten der Pränataldiagnostik. Aber alles zu seiner Zeit, beginnen wir mit dem ersten und zweiten Monat.

Der erste Monat (0-4 SSW)

Natürlich war ich im ersten Monat völlig unwissend und hatte nicht einmal die Idee von einer Schwangerschaft. Wenn man sich den ersten Monat aber auch mal genauer anschaut, der ja gerechnet mit dem ersten Tag der letzten Periode beginnt, dann  ist man die ersten zwei Wochen eh noch nicht schwanger und in den übrigen zwei Wochen passieren halt die Dinge, die man aus dem Biologie-Unterricht kennt. So gesehen, konnte ich ’noch‘ nicht viel bemerken, außer dem üblichen Brustspannen, was ich aber gern mal als Hinweis auf die bevorstehende Periode bekomme. Aber, auch wenn ich nichts ahnte, es gab eine witzige Situation in der Zeit, bei einem geplanten Fashion-Shooting. Ich hatte dafür ein paar Sachen anprobiert und ausgesucht. Das Shooting fand dann aber erst zwei Wochen später statt, was dann schon in der 4. Schwangerschaftswoche war. Ich wollte ein schwarzes Kleid mit Bleistiftrock-Unterteil präsentieren und es saß plötzlich nicht mehr so gut – oder um es auf gut deutsch zu sagen, „ich sah aus wie eine Presswurst“. Deshalb hatte ich mich extra noch in so ein Quetschhemd gezwengt, aber es nutzte alles nicht. Ich konnte die kleine Wampe, die ich auf PMS schob, einfach nicht so richtig verstecken, meine Fotografin lachte mich ein wenig aus, beim Versuch es zu kaschieren.

Schwangerschaftsgefühl: Null
Ausgangsgewicht:
59 Kilo
Körperliche Veränderungen: Kleines Bier-Bäuchlein

„Wenn ich die Hand so drauflege fällt es bestimmt gar nicht auf, oder?“

Isabell Kretschmar – Photographie – about LIFE

Der zweite Monat (5-8 SSW)

Die ersten Tage in der fünften Woche war ich immernoch ahnungslos. Ich glaubte weiterhin daran, dass sich die Tage bald auf den Weg machen würden und fand die spätabendlichen Hunger-Attacken auch keineswegs merkwürdig. Irgendwann in der Woche nahm ich mir dann aber doch mal einen Kalender zur Hand. Ich wollte die Tage des Zyklus‘ zählen, wusste aber beim besten Willen nicht mehr, wann ich meine letzte Periode hatte. Dazu muss ich sagen, ich habe mich schon seit einer Weile nicht mehr dafür interessiert, weil mich diese Zählerei wahnsinnig gemacht hat. Und ja, ein bisschen hatte ich resigniert und somit waren mir Eisprung und Co. schnurzpiepegal.  Ich versuchte also an Hand von Ereignissen den Tag X zurückzuverfolgen. Ich kam schnell darauf, dass es auf jeden Fall vor meiner Reise nach Köln wegen Karneval gewesen sein musste. Und ja, schließlich erinnerte ich mich, dass an dem Tag ein Familienfest war und ich Sorge hatte, ich hätte nicht genug Tampons dabei. Ok, der Tag war ermittelt und nun ging es ans Zählen. Ich dachte schon, dass ich etwas drüber bin, aber als ich bei 38. Tage stoppte war ich doch überrascht. Das war schon etwas mehr als ein bisschen drüber, wenn man bedenkt das mein Zyklus sonst immer um die 25. Tage hatte. Ich wurde kurz nervös, beruhigte mich aber relativ schnell wieder. Eine mögliche Schwangerschaft schloss ich noch immer aus, glaubte eher an eine Hormonstörung. Und so vergingen noch einmal zwei Tage in denen ich zwar hin und wieder Symptome googelte, aber da alles auch zu vielen anderen Diagnosen passte, wurde ich noch nicht tätig.

Der Schwangerschaftstest

Ich überlegte meine Frauenärztin anzurufen, dachte aber gleichzeitig auch, die würde mich vermutlich zuerst fragen, ob ich einen Test gemacht hätte. Somit fand ich mich dann doch irgendwann im Drogeriemarkt wieder und kaufte einen Test. Es war der günstige, den sie hatten, denn auf teuren Schnickschnack hatte ich keine Lust. Und nein, ich hatte kein freudiges Gefühl dabei als ich den Test aufs Kassenband legte, es war eher Angst. Angst davor, dass der Test mir nur bescheinigt, dass ich irgendeinen Scheiß habe. Einen Tumor oder noch Schlimmeres. Diese Angst war mittlerweile so stark, dass der Schwangerschaftstest noch einige Zeit unbenutzt im Bad lag. Immerhin hatte ich aber schon auf die Gebrauchsanweisung geschaut, und musste feststellen, das man bei so einem Billigtest in einen Becher pinkeln soll und ihn nicht einfach in den Strahl halten kann. Das stellte mich zusätzlich vor eine Herausforderung, denn finde mal einen Becher in den du gern pinkeln möchtest. Ich habe dann einen vom Schweden gemopst und ordentlich gereinigt. Er stand quasi einsatzbereit da und bei jedem Toilettengang schaute er mich vorwurfsvoll an. Ob der Vorstellung bald mit Pipi gefüllt zu werden, oder ob er mir mit seiner bloßen Anwesenheit befehlen wollte es auch endlich zu tun, kann ich an dieser Stelle nicht so genau nachvollziehen 😉 Aber er stand drei Tage da so rum. Und am Tag der Tage, es war ein Freitagmorgen, da saß ich schon auf dem Klo (tschuldigt für die Erzeugung eines Kopfkinos), war auch fast fertig und dann, ja dann drückte ich im letzten Moment nochmal alles zusammen und zapfte den letzten Tropfen ab. Puh, das war geschafft, weggießen wäre jetzt blöde… Nun musste ich also nur noch diesen Papierstab da hineinstellen – 21, 22, 23, 24 bloß nicht zu lang – und dann fünf Minuten warten. Fünf Minuten für die Hölle. Ich legte den sich langsam vollsaugenden Stab also auf die Verpackung und wollte nur kurz checken, ob der erste Strich kommt, der anzeigt, dass der Test ordnungsgemäß läuft. Und was soll ich sagen, der erste und der zweite Strich kamen zeitgleich. BOOM, da war er – ein positiver Test. Das konnte doch nicht wahr sein? Oder doch? Sollte ich etwa wirklich noch einmal dieses Glück haben? Ich griff zum Telefon und hatte bestimmt keine 30 Sekunden nach dem positiven Test meine liebe Freundin aus Bonn am Apparat. Und dass, obwohl es um acht Uhr morgens war und sie dann gern noch etwas schlummert. Aber sie war sofort dran, und ich sagte nur, nein ich schrie: „Der Test ist positiv!“ und sie schrie zurück….“was sollte es denn auch anderes gewesen sein?“. Und so waren wir beide unfassbar glücklich in diesem Moment. Ich könnte glatt heulen, beim Verfassen dieser so emotionalen Zeilen. Ja, es ist ein Wunder geschehen, ein echtes Wunder <3

Rot auf Blau… Zwei deutliche Striche, da gibt es nichts dran zu deuteln.

Schwanger mit Hashimoto, was nun?

Das Glücksgefühl sorgte dafür dass ich nicht in der Lage war, irgendetwas zu tun, was für den Alltag nötig war. Ich lief die ganze Zeit in der Wohnung hin und her, der Schwede, der noch nicht im Kindergarten war, machte sich im Pyjama den Fernseher an, weil ich ihm nichtmal Frühstück machen konnte. Ich war zu aufgeregt und konnte meine Gedanken nicht richtig sortieren. Das lag natürlich auch ein bisschen daran, dass der Mann gerade in Amerika auf Geschäftsreise weilte, und sich kurz vor dem Test, ins Bett verabschiedete. Nein, er wusste noch von nix, denn ich wollte ihn nicht verrückt machen. Ich habe meine Sorgen und Ängste also ganz allein mit mir ausgemacht (Stimmt nicht ganz – ich habe meine Freundin in den letzten fünf Tage fast täglich terrorisiert – Danke Ina <3 für deine Geduld). Nun aber zurück, er ahnte nichts von unserem plötzlichen Glück und jetzt schlief er. Eine WhatsApp schreiben fiel aus, und somit entschied ich, damit zu warten, bis er zurück in Deutschland ist. Und während ich so plante, fiel es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen „Was ist mit meinem Hashimoto?“ Sofort sprang das Gefühl des absoluten Glücks beiseite und die alte Angst machte sich wieder breit.
Ich entschied mich sofort zur Blutabnahme zu meinem Schilddrüsen-Arzt zu fahren. Dort wurde mir auch tatsächlich gleich Blut abgenommen und nun hieß es warten. Tja und da es ein Freitag war, hieß das natürlich übers Wochenende zu warten. Ich versuchte aber mal wieder die Ruhe zu bewahren und redete mir gut zu. Was ein bisschen dabei half, war die Tatsache, dass mein TSH-Wert mit 0,3 sehr niedrig war und ich somit etwas Luft nach oben hatte. Diese Gedanken retteten mich über die zwei Tage. Am Montagmorgen schließlich wollte ich mein Rezept abholen, mit der neuen, also falls nötig, Medikation. Der Arzthelfer am Empfang konnte mir aber keine Auskunft geben und teilte mir mit ich sollte dringend mit der Ärztin sprechen. Scheiße, war das ein blödes Gefühl – und die Schlimmste halbe Stunde meines Lebens. Als die Ärztin mich endlich zu sich rief war ich völlig aufgelöst, und wollte meinen TSH wissen. Sie beruhigte mich und meinte direkt das alles gut wäre, und sie nur wegen der kommenden Zeit und den daraus folgenden engmaschigen Blutuntersuchungen mit mir sprechen wollte. Oh mein Gott, da plumsten ganz viele Steine von meinem Herzen. Mein Wert lag mit 2,0 auch noch völlig im Rahmen. Er sollte wohl nicht höher als 2,5 sein. Es war also immer noch ein Puffer vorhanden. Die Empfehlung war trotzdem meine Dosis von 112mg täglich, leicht zu erhöhen. Das heißt für mich, dass ich im Moment an zwei Tagen in der Woche zwei Tabletten nehmen muss. Das klappt übrigens auch sehr gut, ich habe mich entschieden die jeweils zwei immer montags und freitags zu nehmen. Übrigens: Die Schilddrüsenerkrankung Hashimoto entwickelte sich bei mir erst nach der ersten Schwangerschaft. Das heißt, ich habe keinerlei Erfahrung damit.

Der erste Termin beim Frauenarzt

Bei meiner Frauenärztin bekam ich recht schnell einen Termin, da ich ja schon in der sechsten Woche war, als ich den positiven Test in der Hand hielt. Ich konnte somit ebenfalls schon montags, also direkt am nächsten Werktag vorstellig werden. Meinem leichten Angstzustand kam das natürlich sehr entgegen. Immerhin konnte ich zu dem Zeitpunkt schon das Thema TSH abhaken. Dennoch war ich nervös. Würde sich das Wunder wirklich bewahrheiten? Konnte man schon etwas sehen? Und wenn ja, schlägt das Herz? Ich hatte immerhin soviel positive Gedanken, dass ich meinen Mutterpass schonmal vorsorglich mit zum Termin nahm.
Meine Ärztin nimmt sich vor jeder Untersuchung immer viel Zeit für ein Gespräch. Sie war natürlich freudig überrascht, als sie meinen Mutterpass in der Akte fand. Ich erzählte ihr also, dass es mit ziemlicher Sicherheit Grund zu der Annahme gab, das ich schwanger sein könnte. Und um diese nun wirklich und wahrhaftig festzustellen, wäre ich nun da. Ich berichtete natürlich auch über meine Sorge und deshalb ließ sie mich auch nicht lange zappeln und wir schauten nach. Gefühlt dauerte die Untersuchung nur eine Sekunde als sie ausrief, „Ja es ist da!“ Ich, hatte mich zunächst nicht getraut auf den Bildschirm zu schauen, aber jetzt drehte ich meinen Kopf ebenfalls auf zu dem Schwarzweiß-Bild. Sie zeigte in diesem Moment auf den winzigen Punkt, der ein wenig flimmerte. Das bedeutete da schlägt das Herz. Ein kleines Tränchen kullerte und mein Glücksgefühl war wieder da. Passend zu meiner sich erhellenden Miene meinte die Ärztin, „Was sich einschleicht, bleibt meistens auch da.“  Außerdem fügte sie hinzu, wie schön sie es findet, ebenfalls einen Anteil an meinem Glück zu haben. Ich fand das äußerst schön von ihr, ich denke nicht, dass es normal ist, dass Ärzte ihr Mitgefühl so offen zeigen.

Wenn ein Gummibärchen dein Herz höher schlagen lässt…

Ich nahm mir nach dem Termin vor, nicht die überbesorgte Schwangere zu sein und wegen jedem Pups zum Arzt rennen. Obwohl meine Ärztin mir versichert hatte, dass ich jederzeit kommen kann, wenn ich etwas habe.  Ich wollte aber zu einer gewissen Leichtigkeit finden, so zumindest der Plan, aber ob mir das gelingen wird? 😉

Schwangerschaftsgefühl: Mit dem bestätigten Wissen um die Schwangerschaft kamen auch die berühmten Symptome! Ich fühlte mich also von heute auf morgen total matt und war ziemlich müde – immer. Hatte ich Hunger, so musste dieser SOFORT gestillt werden. Das kannte ich so auch noch aus meiner ersten Schwangerschaft. Sich in der Situation sagen, „ach es gibt eh gleich Essen“, hilft überhaupt nicht. Was ich übrigens wirklich gar nicht hatte, war Übelkeit. Auch das war beim Schweden damals genauso. Allerdings war mir ab und zu morgens nach dem Aufstehen extrem Schwindlig, was teilweise schon nervig war, genau wie diese nächtlichen Toilettengänge, die sich einstellten.

Körperliche Veränderungen: Meine Oberweite ist gefühlt von heute auf morgen um eine Köbchen- und eine Umfanggröße gewachsen. Was im ersten Moment schön und prall aussieht, ist leider ziemlich schmerzhaft gewesen. Zudem bahnte sich eine riesige blaue Vene den Weg über meine Brust. Das Bäuchlein machte sich ebenfalls schon daran ein wenig hervorzustehen. Ob ich mir den angefressen habe, oder ob es da tatsächlich schon Verschiebungen der Organe in meinem Körper gab, vermag ich nicht zu sagen. Wichtig war aber, da die Schwangerschaft noch nicht spruchreif war, musste die kleine Wampe unbedingt versteckt werden, was manchmal gar nicht so einfach war.

Gewicht: 61 Kilo (+2 Kilo)

Foto aus dem Holland-Urlaub.

Eigentlich hatte ich für diesen Beitrag geplant, über das komplette erste Trimester zu berichten, da der zweite Monat aber so umfangreich geworden ist, wird der Dritte dann erst im nächsten Bericht erscheinen. Derweil würde ich mich über Feedback freuen, und wenn ihr Fragen habt, gerade zu den speziellen Problemen mit der Schilddrüse, dann immer her damit.

Viel Spaß beim Verweilen,
eure Junimama

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