Die meisten Schwangeren sind gerade in den ersten drei Monaten extrem nervös. Wer schonmal schlechte Erfahrungen gemacht hat, bei dem ist das erste Trimester oft mit vielen Sorgen verbunden. Bei mir war es von allem Etwas. Mein Kopf wollte ganz tough sein und nicht ständig besorgt sein. Leider spielt das Herz bei dieser Nummer oft nicht mit…

Der 3. Monat (9-12 SSW)

Entschuldigt die schlechte Qualität 🙁

Wenn du nichts von der Schwangerschaft spürst, fällt es eben manchmal nicht so leicht, ruhig zu bleiben. Es beruhigte mich allerdings den immer schwerer zu versteckenden Bauch zu betrachten. Auch ein Kontroll-Blick auf die Brüste, ein fühlen „zieht es noch?“, half mir, positiv zu bleiben. Die Gewissheit allerdings, dass der nächste Termin bei der Frauenärztin nahte, machte die erste Zeit des dritten Monats ebenfalls erträglich. Blöd war eigentlich nur, dass der Termin in der zehnten Woche angesetzt war, was ja faktisch bedeutete, dass ich die frohe Kunde in der Familie, für die ich definitiv die ersten zwölf Wochen abwarten wollte, in einer Zeit machen musste, in der ich mir eigentlich nicht ganz sicher sein konnte, ob es das Baby dann auch wirklich überstanden. Die Möglichkeit, den übernächsten Termin abzuwarten, fiel eigentlich aus, da der Bauch eben einfach schon so präsent war. Ja, es war sogar so „schlimm“, dass ich im Schrank nach meinen alten Schwangerschaftshosen kramte.

Der zweite Termin beim Frauenarzt – Das Ersttrimesterscreening

Dieser Termin war insofern besonders, dass der Mann, für den es noch immer so unglaublich war, mitgekommen war um sich selbst zu überzeugen. So früh war er eigentlich bei der ersten Schwangerschaft nicht mit dabei, da ich es ihn erst bei den Ultraschalluntersuchungen über die Bauchdecke dabeihaben wollte. Dieses Mal war das halb so wild, denn hat man erstmal zusammen eine Geburt überstanden, dann ist diese läppische Untersuchung eigentlich ein Klacks. Aber bevor wir unser Wunder betrachten durften, hieß es ersteinmal Aufklärung zum Thema Pränataldiagnostik. Und das ist für Frauen jenseits der 35 ein echt unschönes Thema. Denn das Risiko von Fehlgeburten und Missbildungen des Babys steigt dann rasant an. Dass sogenannte Ersttrimester-Screening soll also Aufschluss darüber geben, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, ein mögliches erkranktes Kind auf die Welt zu bringen. Meine Frauenärztin selbst, bietet dieses Screening nicht an, dafür müsste ich zu einem Spezialisten. Außerdem sprach sie von der Möglichkeit einen Bluttest zu machen, bei dem man drei Trisomien, sowie weitere chromosomische Anomalien, ausschließen kann. Dieser muss allerdings selbst bezahlt werden, wohingegen, die Nackenfaltenmessung Kassenleistung ist. Für mich stand eigentlich schon während des Gesprächs fest, dass ich beides nicht wollte, aber ganz allein habe ich das ja nicht zu entscheiden. Darüber wollten wir uns aber noch einmal ganz in Ruhe Gedanken machen und jetzt stattdessen endlich unser Baby sehen. Und als es plötzlich auf dem Bildschirm auftauchte, und wir sein aktives Herz betrachten konnten, hatte ich plötzlich eine Hand an meiner. Ja, es war ein ergreifender Moment. Dieses scheinbar putzmuntere kleine Rippchen zu sehen. Die Ärztin deutete neben dem Herz auch auf den klitzekleinen Magen, dessen Sichtbarkeit ein wichtiger Meilenstein ist, denn dann kann das Kind schlucken. Alles in allem war die Ärztin zufrieden mit unserem Baby und ich atemete tief durch. Ab jetzt, so nahm ich es mir vor, werde ich nur noch daran glauben, dass das Wunder wahr werden wird…

Junimama Baby in der zehnten Schwangerschaftswoche

Das kleine Rippchen – Für sein Alter schon so perfekt

Nackenfaltenmessung mit 35+: Ja oder Nein?

Das Thema trieb mich ja schon eine Weile um. Beim Schweden habe ich diese Untersuchungsmöglichkeit ehrlich gesagt ignoriert. Da war mir der große Ultraschall viel wichtiger, denn damals war ich noch nicht sicher, ob ich vielleicht Trägerin der Mukoviszidose bin. Aber dazu später vielleicht mal mehr. Jetzt mit fast vierzig (mache ich mich zu alt?) ist diese Vorsorgeuntersungsmöglichkeit aber nicht mehr einfach auszublenden. Das fängt auch damit an, dass mich die Frauenärztin darüber aufklären musste. Ihre Worte: Es kann sein, dass man sich, wenn man einen schlechten Wert bekommt, den Rest der Schwangerschaft nur Sorgen macht. Oder eben dank eines guten Wertes beruhigt ist. Mein Alter spielt hier aber eine große Rolle. Also da werden im Ultraschall bestimmte Messungen am Nacken des Babys vorgenommen, und diese werden dann mit meinem Alter, hier noch 37 😉 , kommuliert und dann kommt am Ende eben eine Zahl raus. Diese wird also auf jeden Fall ein gewisses Risiko für irgendwas erkennen lassen. Aber es heißt dennoch eigentlich nichts. Denn, auch darauf wieß meine Ärztin hin, man kann mit einem guten Wert ein krankes Kind bekommen und mit einem schlechten Wert ein Gesundes. Warum also von einer Zahl beunruhigen lassen? Nein, das war für mich ausgeschlossen und ich konnte auch den Mann davon überzeugen. Schwieriger lag es da schon bei dem Bluttest. Dieser war für ihn sehr interessant. Aber auch hier hatte die Frauenärztin zumindest ein gutes Argument darüber Nachzudenken. Denn die meisten Behinderungen entstehen im Verlauf des Lebens, zum Beispiel durch Unfälle.  Und da würde man ja auch im Nachhinein nicht mehr sagen, dass man das Kind, welches man gesund zur Welt gebracht hat, plötzlich nicht möchte. Mir half dieser Gedanke gut, um auch hier letzte Zweifel wegzuwischen. Nein, ich war mir sicher, ich nehme das Kind wie es kommt.

Der erste Besuch bei der Hebamme

Meine Frauenarztpraxis arbeitet direkt mit drei Hebammen zusammen, von denen man betreut werden kann, wenn man möchte. Diesen Service durfte ich auch bei meiner damaligen Frauenärztin in Mülheim an der Ruhr genießen, weshalb ich über den Umstand äußerst glücklich war. Das ich dann auch noch direkt eine besondere Verbindung zu der Hebamme haben würde, konnte ich vorher ja noch nicht ahnen…
Ich entschied mich auf jeden Fall vorher rein aus dem Bauch heraus, für die älteste Hebamme. Ich hatte also schon ein gewisses Bild vor Augen – weite Wallekleider, lange graue Haare zum Zopf gebunden und natürlich den süßlichen Duft von diesen stinkenden Räucherstäbchen.
Aber begrüßt wurde ich von einer fröhlich lächelnden Dame mit blondem Bob. Sie soll die Älteste sein? Ich traue mich ja nicht zu schätzen, aber ob sie wirklich schon 50 ist?  Wird sie vermutlich sein auf Grund ihrer Erzählungen, aber sie sieht definitiv nicht so aus. Und auch sonst hat sie optisch rein gar nichts von diesen typischen esotherisch angehauchten Hebammen. Also ganz mein Fall.

Wir lernten uns also zunächst kurz kennen. Sie inspizierte meinen frisch mit der zweiten Schwangerschaft ausgestellten Mutterpass und stellte allerlei Fragen zu der Geburt vom Schweden. Außerdem ging sie mit mir die Anamnese durch. Bei mir ist diese auf Seite 21 im Mutterpass. Zu Punkt 14, den sie natürlich ganz beiläufig mit einem Ja-Kreuz versah, meinte sie nur, dass ich mir den nicht anzuschauen bräuchte…  Ich konnte es mir ja schon denken, worum es dabei ging, aber irgendwie war die Vorstellung nett, dass man sich vielleicht auch nicht ständig damit beschäftigen sollte, dass man eben SCHON über 35 ist. Neben Fragen rund um die letzte Geburt schaute sie sich auch meinen Bauch mit der Mini-Kugel an. Sie tastete kurz und zeigte mir dann die Stelle, an der die Gebärmutter sitzt. Ich war total verwundert, denn diese saß gerade mal an der Schamgrenze. Ich fragte natürlich direkt, woher dann dieser doch schon stark hervortretende Bauch, der bei mir auch recht weit oben sitzt, kommt. Sie meinte dass dies vermutlich der Darm samt Inhalt (tut mir leid, schon wieder Kopfkino) sein würde, der gerade in der frühen Schwangerschaft das Signal bekommt, sich möglichst ruhig zu verhalten. Er wird dann träge und arbeitet nicht mehr so zackig (deshalb hat man auch die berühmten Probleme beim Stuhlgang – nochmal Kino – Sorryyyyy).

Immerhin konnte ich mit diesem Wissen wieder ganz beruhigt auf dem Bauch schlafen, denn es würde das Rippchen noch nicht stören. Beim Schweden ging das nämlich fast bis zur 17. Woche. Und jetzt war ich ja noch nicht einmal im zweiten Trimester und  hatte beim auf den bauchlegen ein komisches Druckgefühl. Aber wenn das nur der Darm war, der kennt ja meine merkwürdige Schlafposition schon seit Jahren, der wird damit leben können etwas gequetscht zu werden.

Auf Grund meiner Vorgeschichte , nämlich der Geburt des Schwedens, warf Ute, so heißt meine Hebamme, noch einen Blick auf mein Becken. Sie sagte, dass es im ersten Moment Schnurrgerade aussieht, aber bei genauem Hinsehen, doch irgendwas nicht stimmt. Sie empfahl mir den Gang zu einer Osteopathin, um eventuell einen Verlauf, wie bei der letzten Geburt zu umgehen. Ich werde sicher dazu noch einmal einen separaten Blogpost verfassen.

Am Rande kamen wir im Gespräch schließlich auch schon auf das Thema Geburtsvorbereitungskurs. Es fühlte sich für mich noch zu früh an, aber in Dresden, in einer sehr geburtsstarken Stadt, muss man sich früh um alles kümmern, auch wenn man eine Beleghebamme möchte. Möchte ich aber nicht, aber das war gar nicht darauf wollte ich gar nicht hinaus. Ute erzählte, ich weiß gar nicht mehr warum, dass sie die einzige Hebamme in Dresden sei, die auch Mütter mit leerer Wiege in der Rückbildung betreute. Bei mir machte es direkt „Dong“, denn ich habe durch meine Tätigkeit als Sternenkindfotografin schon von ihr gehört. Ich war wie vom Donner gerührt. „Du bist das?“ rutschte es aus mir heraus. Denn ich habe zwei Mamas fotografisch begleitet, die später auch bei Ute waren und mir von ihr begeistert berichteten. Wir sprachen kurz über die Kinder, die leider nicht leben durften und über ihre wunderbaren Mamas (eine Geschichte, die ich aufgeschrieben habe, verlinke ich euch hier). Das schaffte natürlich diese besondere Verbindung von der ich eingangs sprach. Niemals war ich mir so sicher, dass auf mein Bauchgefühl einfach Verlass ist. Jetzt vielleicht noch mehr als vorher…

Schwangerschafts-Fakten

Körperliche Veränderungen: Der Bauch hatte an manchen Tagen schon enorme Größe angenommen und es fiel mir immer schwerer ihn zu verstecken. Wie ich nun aber weiß war das nicht das Baby, sondern eben dem Umstand der teils schlechten Verdauung geschuldet. Alles in allem also irgendwie unangenehm. Besonders „schlimm“ war es als ich beim Blogger-Event für in Frankfurt war. Dort hatte ich nach dem Mittagessen einen ultradicken Bauch, den man auf allen Pressebildern, die dort gemacht wurden, sehen konnte. Es war ganz schön schwierig, im Anschluss Bilder zu finden, auf denen der Bauch nicht so auffiel. Eines habe ich sogar bearbeitet, aber wie ich jetzt weiß, haben es doch einige nach der Veröffentlichung des Posts, geahnt. Ich fieberte dem Tag entgegen, an dem ich endlich allen von der Schwangerschaft erzählen kann und meine noch etwas unförmige Wampe präsentieren kann. Aber dafür wollten wir auf jeden Fall die zwölfte Woche abwarten.

Links das Original und rechts die schlechtgemachte Mogelpackung.


Gewicht:
61,5 Kilo (plus 0,5 Kilo)

Schwangerschaftsgefühl: Dass ich im dritten Monat „nur“ ein halbes Kilo zugelegt haben soll, grenzt fast an ein Wunder. Denn ich habe wirklich viel gegessen und das nicht nur zu den Hauptmahlzeiten. Ich habe auch zwischendurch Hunger gehabt. Besonders spätabends fand ich mich ziemlich häufig am Kühlschrank wieder. Appetit hatte ich am meisten auf puren Gouda. Ich habe mir immer eine kleine Schüssel Käsewürfel gemacht, kam aber meist nicht mit einer nicht aus 😉 Neben Gouda hatte ich aber auch Heißhunger auf Äpfel. Praktisch, da man sich ja in der Schwangerschaft gesund ernähren soll. Also gab es ziemlich oft Äpfel und Käse. Als Getränk bevorzugte ich Orangensaft. Ach und übrigens: Ich habe mir extra eine kleine Caffisimo Maschine zugelegt, damit ich morgens nicht auf meinen geliebten Kaffee verzichten muss. Denn es gibt Kaffeekapseln mit entkoffeinierten Kaffee dafür. Die würden auf jeden Fall gut für die Schwangerschaft sein, aber leider hatte ich so auch kein Mittel gegen die Müdigkeit. Ich hielt kaum einen Tag durch, ohne mich mittags hinzulegen. Es übermannte mich regelrecht und als Selbstständige konnte ich diesem Bedürfnis gottseidank nachkommen. Hinzu kam eine Erkältung die schon seit Wochen anhielt. Sie wurde mal schlechter und mal besser, aber sie hörte einfach nicht auf. Besonders blöd war es, als ich für eine Hochzeit als Fotografin gebucht war. Ich hatte in der Nacht schon doof geschlafen und am nächsten Morgen war ich einfach richtig krank. Normalerweise hätte ich mir dann eine Ibuprofen eingeworfen und wäre so für den Tag fit gewesen, aber so schwanger musste es ohne gehen. Und es ging zunächst auch alles, aber im Standesamt wurde mir plötzlich ganz heiß. Der Schweiß stand auf meiner Stirn und ich dachte nur „öffnet bitte mal einer die Tür?“ Obwohl der wichtige Teil bereits gelaufen war, bliebt die Tür aber noch verschlossen, weil draußen eine Überraschung für das Brautpaar aufgebaut wurde. Ich stand jetzt schon an der Wand und wusste, gleich sackt der Kreislauf ab.  Die Standesbeamtin bemerkte meine Not und befahl mir, mich zu setzen. Ich gab meiner Assistentin ein Zeichen, dass sie allein weiterfotografieren sollte. Dann endlich konnte die Tür geöffnet werden und ich an die frische Luft. Ich schnappte mir ein Glas Orangensaft und leerte es in einem Zug. Danach kam der Kreislauf langswam wieder in Schwung. Was ein Glück, denn den Rest des Tages ging es mir wieder gut und ich konnte die Hochzeit wie sonst auch durchziehen.
Dafür musste ich aber während der langen Erkältungsphase mein geliebtes Laufen aufgeben. Früher als gedacht,  denn es war klar dass ich nach so einer langen Zeit so schwanger nicht einfach wieder einsteigen konnte. Vermutlich haben mich erstmal alle Erkältungsviren befallen und sich gefreut, dass mein Immunsystem, welches über einige Jahre stark war, endlich mal angreifbar war.

So, das soll es erstmal gewesen sein, auf den vierten Monat müsst ihr hoffentlich nicht noch einmal so lange warten. Bis dahin könnt‘ ihr euch gern noch durch meine vorigen Artikel zum Thema „zweite Schwangerschaft“ klicken.

Zweite Schwangerschaft: Der erste und zweite Monat
Ein kleines Wunder

Viele Spaß beim Verweilen,
eure Junimama

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