Per Zufall entdeckte ich im letzten Jahr in der Zeitung die Werbung für eine ganz besondere Aktion der Dresden Tourist Info die sich an Dresdner richtete. Was wohlmöglich im ersten Moment etwas absurd klingen mag, denn die Anzeige verlautete ein Übernachtungs-Angebot in einem Hotel IN Dresden. Daran beteiligten sich auch einige Luxus-Hotels, bei denen für 29 Euro pro Person eine Übernachtung buchen konnte. Also warum sollte man nicht die Möglichkeit nutzen, für einen kinderfreien Abend?

Ich habe mir also die Buchungsbedingungen angeschaut und mir den Tag und die Uhrzeit für den Start der Aktion fett im Kalender markiert. Zuvor habe ich mir noch einige der Hotels genauer angeschaut und meine Favoriten ausgewählt. Die Aktion ist natürlich nur in einem gewissen Zeitraum verfügbar und buchen konnte man nur für einen Tag, an einem Wochenende im Februar/März. So haben wir gemeinsam vorher im Kalender geschaut, an welchen Tagen es gut passen würde. Diese Vorbereitung hat sich bei der Buchung als extrem nützlich erwiesen. Denn wie man sich denken kann, war die Seite absolut überlastet. Die einzelnen Aufrufe dauerten eine Ewigkeit und manchmal landete ich auf einer Error-Seite. Aber nach gut 2o Minuten und etwas Schwitzen hatte ich die Buchung in der Tasche. Geworden ist es schließlich das Swissôtel Dresden am Schloss. Genau das, was auf Platz eins meiner Liste stand. Mein Fokus bei der Auswahl richtete sich auf  Wellness & Spa Bereiche, die ich unbedingt imHotel haben wollte. Wenn schon, denn schon. Immerhin kann ich in Dresden jeden Tag Sightseeing machen, aber entspannen, dann doch nicht alle Tage. Und somit konnte kurz vor Weihnachten die Vorfreude beginnen. Und enttäuscht wurde ich ja nun nicht, wie ich euch jetzt in meiner kleinen folgenden Bildergalerie beweisen kann.


Vier Sterne für eine Nacht

Unsere „Anreise“ erfolgte dank des wunderbaren Wetters zu Fuß. Eigentlich wollten wir die Bahn nehmen, aber irgendwie war der Spaziergang über die Brücke mit dem berühmten Canaletto-Blick  etwas, was  ja zu einem Dresden-Urlaub dazu gehört.

Das Swissôtel wirkt von außen relativ klein und unscheinbar. Die momentanen Ausgrabungen tun sicher ihr übriges, aber da dort anscheinend Überreste jahrhundertealter Gebäude gefunden worden, sind sie halt im Moment unumgänglich. Von unserem Zimmer aus, konnten wir direkt hineinsehen und verschiedene Kellertreppen und so etwas wie einen Brunnen erkennen.


Wir erreichten das Hotel schon bevor wir unser Zimmer offiziel beziehen durften (15.00 Uhr) aber da der Spa-Bereich schon genutzt werden konnte, kamen wir entsprechend früher. Beim Check-in erhielten wir dann aber doch schon unseren Schlüssel und somit konnte unser Wellness-Tag ab sofort beginnen. Wir inspizierten natürlich mit der allergrößten Spannung unsere Umgebung und waren voller Vorfreude auf unser Vier-Sterne-Zimmer.


Das große rote Doppelbett ist natürlich DER Blickfang im sonst recht grünen Zimmer. Der Teppich wirkt nicht ganz up-to-date, dabei ist das Hotel erst fünf Jahre alt. Aber vermutlich gehört dieser zum Konzept der Hotelkette. Genauso wie das riesige Wand-Tattoo. Auch nicht wirklich meins, aber es hat mich nicht gestört. Etwas verstörend war da doch eher das offene Bad. Das war eine Überraschung auf die ich gern verzichtet hätte, aber letztlich war es doch nur halb so wild. Ich muss dazu kurz etwas erklären und nach Amsterdam umschwenken. Da war ich nämlich schon einmal in einem Hotel, in dem es noch nicht einmal eine Toilettentür gab. Und dazu brauche ich vermutlich wiederum nicht viel sagen – das MÖCHTE man nicht.


Wie man hier auf dem Bild sehen kann, gab es hinter der Abtrennung zum Bad zwei kleine Kabinen. Jeweils einmal Dusche und einmal Toilette. Die Türen waren zwar nur ganz einfache Glastüren, die man auch nicht verschließen kann sondern nur einklemmen, aber besser als nix.
Im Zimmer befanden sich Bademäntel und wir, die Luxus-Honks, fragten uns, ob man in echt, einfach im Bademantel durch die Hotelflure wandert und zum Spa-Bereich geht? Brave Ossis wie wir sind, haben wir das an der Rezeption erfragt. Der freundliche Consierge, der uns außerdem einen Blick auf die wetterbedingt-geschlossene Dachterasse ermöglichte, erklärte uns, dass die ausdrücklich so gewünscht ist. Also werden wir uns das zu gegebener Zeit einfach trauen. (Hoffentlich hat er uns nicht veralbert 🙂 )

Bevor wir uns aber in die Bademäntel schwangen, stand noch ein kurzer Mittagssnack auf dem Plan sowie ein Abstecher zur Frauenkirche, vor der im Moment die Installation von Manaf Halbouni „Monument“ zu bewundern ist.


Beeindruckend was der Künstler hier im wahrsten Sinne des Wortes auf die Beine gestellt hat. Die Meinung der Dresdner zu diesem Werk ist zwar geteilt, aber ich finde es alles andere als unpassend. Meiner Meinung nach erinnert es in der Kombination  „Monument/Kirche“ aus dieser Sicht (Foto) daran, wie es hier aussah, als die Ruine der Frauenkirche noch als Mahnmal dort stand. Um niemals zu vergessen das Krieg Scheiße ist. Und da das durch den Wiederaufbau so nicht mehr gegeben ist, bekommt der Ort seine „damalige“ Bedeutung zurück.


Nun aber schnell zurück zum gemütlichen Teil:
Der Wellness-Bereich liegt im Keller des Hotels. Hier wurden vermutlich alte Gemäuer wiederbelebt, weshalb vermutlich auf das ein oder andere (ja so ein kleiner Pool wäre schon schön gewesen) verzichtet werden musste. So gibt es aber immerhin einen kleinen Fitness-Raum, zwei verschiedene Saunen, einen Bereich für Massagen, einen Ausruh-Kneipp-Bereich sowie den reinen Ruheberich (Foto). Und genau da verbrachten wir, nachdem wir uns mutig in die Bademäntel geschmissen hatten und in unseren Schlappen vorsichtig durch die Flure watschelten, den Rest des Tages.

So ein richtiger Saunagänger bin ich ja nicht, aber da wir den Bereich anfangs nur für uns hatten, war es ganz angenehm. Es blieb natürlich nicht dabei, aber es gab keine Hardcore-Saunierer (sagt man das so?), die dich darauf hinweisen, dass du alles falsch machst 🙂 Ja, ich streife meinen Bademantel etwas kompliziert ab, da ich ja noch irgendwie versuchen muss, das Handtuch auf Höhe zu halten. Und ja, ich bleibe so auch in der Sauna so verhüllt sitzen. Das alles führte übrigens dazu, dass ich mich wirklich entspannen konnte. Die Sorgen der Arbeit, die mich momentan begleiteten waren weit weg und konnten mir nichts anhaben. Ich kann also nur jedem empfehlen, sich mal so eine Wellness-Auszeit zu nehmen – es lohnt sich.

An der Hotelbar erwartete uns am frühen Abend noch ein Begrüßungs-Getränk und für das Essen verließen wir noch einmal unser Hotel. Denn zur Aktion gehörte noch eine Rabattkarte „Dresden for Friends“ welche in zwei umliegenden Restaurants eingelöst werden konnte.


Unsere Wahl fiel auf ein klassisches Restaurant, Gasthaus am Neumarkt,  mit Hausmannskost.


So ging unser Abend langsam zu Ende und ich freute mich schon auf das gemütliche Bett und vorallem auf das Frühstück am nächsten Morgen. Und um das Ganze hier ein wenig abzukürzen, das Frühstück war natürlich toll. Es gab alles was das Herz begehrte und darüber hinaus überaus freundliches und zuvorkommenes Personal. Wir bestellten zwei verschiedene Sorten Kaffee bei einer Kellnerin, es wurde dann aber von jemandem anderen gebracht, der genau wusste, wem welches Heißgetränk gehörte. Ich fand das ziemlich beeindruckend da der Frühstücksbereich mit geschätzt bestimmt 200 Gästen, auch gerade recht voll war.  Uns beiden war die Aufmerksamkeit also doch sichtlich unangenehm. Sodaß der freundliche Kellner (oh Gott, das ist bestimmt nicht die korrekte Bezeichnung – Verzeihung) uns mit einem „Genießen Sie heute einfach mal das Verwöhnprogramm“ uns schließlich in den siebten Frühstückshimmel schickte…

Viel Spaß beim Verweilen,
eure Junimama

Dieser Beitrag ist nicht gesponsert.

 

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