gemacht: Wie schon im letzten Monat, startete ich mit einem langen Ausflugswochenende in den Juli. Dieses Mal ging es nach Kassel zur Documenta. Mein erstes Mal, war vor fünf Jahren und damals war ich echt begeistert. Der Schwede, gerade ein Jahr alt, hat unseren langen Kulturtag bestens gemeistert und auch die Ausstellungen waren faszinierend. So freute ich mich natürlich schon lange auf die Documenta, denn diese fünf Jahre wartezeit, ist schon ganz schön gemein. Mit der Unterkunft, die in Niestetal lag, hatten wir auf jeden Fall schonmal Glück. Ein über hundert Jahre altes Fachwerkhaus, in der wir eine niedliche Ferienwohnung gemietet haben. Fahrräder für die ganze Familie hatte die Vermieterin ebenfalls am Start. So mussten wir nur noch mit dem Rad ungefähr 15 Minuten bis Kassel City gurken. Der Weg war ein kinderfreundlicher Radweg mit wenig Verkehr. So haben wir uns direkt am ersten Tag ein Abendticket für zwei Stunden gekauft und haben uns die ersten Ausstellungen angeschaut. Und unser Einstieg war so schlecht nicht. Wir waren in der alten Post und haben uns dort die ersten Documenta-Highlights angeschaut.
Am zweiten Tag gönnten wir uns natürlich ein Tagesticket. Aber die Hauptattraktion gab es ganz umsonst: Der Parthenon der verbotenen Bücher. Diese Installation mitten auf dem Friedrichsplatz hat meine Blicke immer wieder auf sich gezogen. Ich hätte stundenlang die einzelnen Säulen zu studieren nach Büchern, die alle jemals irgendwo verboten waren. Harry Potter und Shades of Grey war natürlich mehrfach dabei. Ebenso, man glaubt es kaum, Bücher von Erich Kästner.


Rückblickend hätte ich mir dieses Tagesticket sparen können. Denn leider hat mich die Documenta 14 nicht wirklich begeistert. Ich muss hier natürlich auch erwähnen, dass es mit einem sechsjährigen, der nach zwei Ausstellungen einfach keine Lust mehr hatte, natürlich auch nicht wirklich möglich ist, sich auf die Welt der Kunst einzulassen. Somit hatten wir eigentlich nur kurz Spaß an diesem Tag, der größte Teil war einfach nur anstrengend und leider auch total verregnet. Also solltet ihr noch zur Documenta wollen, kann ich euch nur zwei Ratschläge geben: Plant mehr Zeit ein, damit ihr nicht alles an einem Tag abreisen müsst und lasst, wenn es geht, die Kinder zu Hause 😉

Familien-Urlaub im Grünen

Mitte Juli war dann auch noch Urlaub angesagt. Es ging für sieben Tage nach Tschechien in die Nähe von Prag. Wir hatten dort ein niedliches Ferienhäuschen im Grünen gefunden mit Pool. Da wir nur eine kurze Anreise über die neue Autobahn haben, war der Urlaub auch sehr Schwangerenfreundlich. Das Wetter hat es auch gut mit uns gemeint, sodaß der Pool ausgiebig vom kleinen Schweden genutzt wurde. Ich hatte für mich Stricksachen und ein Buch eingepackt, und war glücklich auf meiner Sonnenliege. Wir haben aber nicht nur in der Sonne gefaulenzt, sondern waren auch unterwegs. So haben wir zum Beispiel einen Tagesausflug in den Prager Zoo unternommen. Der Zoo, der vor einigen Jahren so schwer von der Flut betroffen war, ist auf jeden Fall sehenswert. Der Eintritt ist sehr günstig, dafür das Prag sonst doch recht teuer ist. Im Zoo selbst ist das Highlight eine zweite Ebene, die man entweder erklimmen kann oder man nutzt einen Sessellift.
Ins Prager Zentrum sind wir, obwohl wir ja gerade erst vor einem Monat da waren, noch einmal gefahren. Dort haben wir das Mucha-Museum entdeckt. Ich war hin und weg von seiner Kunst, und hätte mir gern die Ausstellung angeschaut, aber nach der Erfahrung der Documenta mit Kind, haben wir lediglich mit dem Museums-Shop vorlieb genommen. Und ehrlich? Ich hätte ihn leer kaufen können. Alfons Mucha war Plakatkünstler. Er hat wunderschöne märchenhafte Bilder im Jugendstil gemalt. Ich bin mir sicher, jeder kennt mindestens ein Motiv von ihm ohne es zu wissen. Denn Mucha hat auch die Plakatwerbung für den Champagner-Hersteller Moet & Chandon gezeichnet.
Und für alle Herren gibt es hier noch einen Geheimtipp: Unweit von unserem Ferienort Úhonice, gibt es ein sogenanntes Arcade-Museum. Ich sag’s euch, da werden die Herzen von jung und alt höher schlagen, denn in diesem „Museum“ gibt es alte Spiele-Automaten. Dort kann man den ganzen Tag daddeln. Als wir das erste Mal, ja es blieb nicht bei einem Mal, dort waren, kamen die Jungs nach vier Stunden (!!!) wieder raus. Die arme Muddi, musste derweilen in der Sonne braten und sich die Nerds anschauen, die hin und wieder ein Raucherpäuschen einlegten. Natürlich mussten sie sich erstmal an das Tageslicht gewöhnen, denn in der Halle ist es dunkel wie im Bärenpopo. Das war zumindest ein bisschen nette Unterhaltung für mich, während ich mich daran versuchte eine Babymütze zu stricken.


gebloggt: Im Juli habe ich ja endlich mein kleines, süßes Geheimnis mit euch geteilt. Ich muss ja gestehen, dass es mir gerade beim meinen Monatsrückblicken schwer fiel, nicht davon zu berichten, weil das wachsende Bäuchlein ja doch immer mehr ein Teil von mir war. Das ist ab jetzt gottseidank anders. Deshalb folgte auch gleich noch eine erste Zusammenfassung des ersten und zweiten Schwangerschaftsmonats in Form eines Tagesbuches.

ge’netflix’ed: Für mein geliebtes Netflix war im Juli nicht so viel Zeit. Aber eine Mini-Serie habe ich doch geschafft. War jetzt nicht so der Burner, aber ich möchte euch trotzdem kurz von den „Chroniken der Lizzie Borden“  berichten: Denn die Hauptfigur, die von der wunderbaren Christina Ricci gespielt wird, ist sehr faszinierend. Lizzie Borden gab es nämlich wirklich. Sie soll ihren Vater und ihre Stiefmutter grausam getötet haben. Vor Gericht wurde sie aber freigesprochen. Die Serie dreht die Geschichte um die Mörderin weiter. Somit muss man sich in jeder der achten Folgen auf mindestens einen brutalen Mord gefasst machen. Da musste selbst die hartgesottene Gruselliebhaberin in mir an manchen Stellen die Hände vor die Augen nehmen. Wer also Lust auf unmengen von Kunstblut hat, und die Story vielleicht nicht komplett hinterfragt, der wird die fiktive Geschichte der Killerin mit dem Engelsgesicht lieben.

Vorsicht beim Trailer 🙂 und viel Spaß beim Verweilen,
eure Junimama

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