Also die gute Nachricht vorweg: Ich bin immernoch recht diszipliniert an meinem Programm dran, die schlechte: Es dauert nun schon länger als vorgesehen…

Ach, die acht Kilo habe ich in gut vier Monaten verloren! Und zwar genau mit dieser Einstellung startete ich im März mein persönliches Programm. Und der Anfang versprach auch, dieses Ziel locker zu schaffen. Aber nach mittlerweile fünf Monaten bin ich um eine Erkenntnis reicher. So ein dreißigplus-Jahre-alter-Körper ist eine faule Socke, was den Stoffwechsel betrifft. Er krallt sich in liebkosender Umarmung so fest an all seine Fettdepots, die lässt er nicht mal einfach so los. Nur weil die Mylady plötzlich denkt mit einer Ernährungsumstellung und etwas Sport wird sie das angefutterte Speckröllchen wieder los. Nö, nicht mit mir, denkt sich wohl mein Körper und vergisst dabei natürlich immer noch nicht loszulassen. Im Gegenteil, er wartet nur darauf, dass man mal einen schlechten Tag (oder gleich mehrere) hat und packt dir gleich wieder was drauf – auf die Hüfte natürlich – hübsch drum herum um das kleine Muskelchen, was du dir hart antrainiert hast… Jaaaa, dieser Körper ist schon echt ein kleines Arschloch, wenn er mir nichtmal einen Urlaub gönnt. Denn auf der Waage rächte sich das morgendliche Rosinenbrötchen mit viel Butter, trotz weitergeführtem Lauftrainings (!!!), mal so richtig. Ich rieb mir wirklich die Augen als der Zeiger wieder gen 60 Kilo zeigte….Häh, wie konnte das denn passieren? Ziemlich deprimierend machte ich mich also wieder ans Werk. Weiße Brötchen gibt es ja schließlich nur im Urlaub und am Wochenende…

Immerhin sind diese wiederangefutterten Kilos schnell wieder verschwunden. Und meistens kommt nach so einem Tief auch wieder ein kleiner Erfolg 🙂 Tata: Endlich habe ich den Halbzeitwert von 58 Kilo, und damit minus vier Kilo, geschafft – Grund dafür dürfte auch mein angezogener Laufplan sein. Denn zur Zeit traniere ich für einen Halbmarathon. Das heißt Woche für Woche steigere ich mein Training und somit auch die Aussichten auf Erfolg auf der Waage. Denn leider kommt man beim Abnehmen wohl nicht mit einer bestimmten Menge an Sport aus, man muss sich immer weiter steigern.

Laufen: Wie alles begann

Das Laufen selbst habe ich vor mehr als fünf Jahren für mich entdeckt. Ich begann mit einer Freundin kleine Runden (3 Km) zu drehen. Ich weiß noch ganz genau, wie fertig ich danach immer war und doch fand ich nach kurzer Zeit Freude daran. Und irgendwann paarte sich der Ehrgeiz dazu, sich zu steigern. Die Runden wurden ganz langsam immer länger und irgendwann meldete ich mich (wie verrückt das war) für einen Halbmarathon an. Zudem Zeitpunkt war ich aber noch weit entfernt davon, 21 Kilometer durchzuhalten, aber mein Geist war willig. Ich kaufte mir damals von Nike+ Running das SportArmband mit Laufchip. Damit konnte ich meine ersten Läufe tracken. Auf der Seite von Nike fand ich auch ein Trainingsprogramm für den Halbmarathon und startete im Anfängerlevel. Das Programm dauerte zwölf Wochen und aus heutiger Sicht muss ich sagen, war ich damals sehr diszipliniert. So sehr, dass ich meinen ersten Halbmarathon in Bonn im April 2010 mit einer Zeit von 02.08 Stunden lief (es müsste sogar noch weniger gewesen sein, weil ich nicht bei 0 gestartet bin aufgrund der Verzögerungen  im Startbereich).

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Foto: Mukoviszidose e.V.

Dieser Erfolg trieb mich an und ich lief in dem Jahr noch zwei weitere HMs. Meine Bestzeit war dabei 01:58 – wohlgemerkt schwanger 🙂 Aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Die Schwangerschaft veränderte dann natürlich mein Laufverhalten extrem (dazu vielleicht mal an anderer Stelle mehr) aber ich fand immer wieder den Einstieg. Allerdings habe ich es nie wieder so regelmäßig durchgezogen wie im Jahr 2010 (mehr als 1000 Laufkilometer). Meistens habe ich so Phasen im Jahr, in denen ich mal mehr laufe, dann mal wieder gar nicht. Meistens melde ich mich für einen Wettkampf an, trainiere dann dafür, laufe ihn und höre dann wieder auf 🙁

2015-08-12-10.20.29 So war das bis 2015. Denn da kam nicht nur der Wunsch auf, wieder fitter zu sein, nein, ich bin einfach fett geworden. Und da ich seit drei Jahren auch mit der Schilddrüse (Hashimoto)  zu tun habe, ist mein Stoffwechsel eh nicht der Beste, das heißt wohl für mich, will ich schlank werden (bleiben) dann geht das nur mit Sport. Seit Februar bin ich wieder dabei. Ich habe mir dabei einen ganz eigenen Wiedereinstiegs-Plan gemacht und mich ganz langsam gesteigert. Für das Laufen nutze ich mittlerweile die App von Nike+. Damit kann ich fast punktgenau meine Trainingseinheiten aufzeichnen. Ich sehe wieviele Kalorien ich verbrannt habe und wie schnell ich war. Über die Kopfhörer kannst du dir deine Zeiten nach jedem Kilometer ansagen lassen (kann man auch ausstellen).

Auf deiner Profilseite kannst du dir dann Statistiken anzeigen lassen, die mich tatsächlich etwas anspornen. Darunter zum Beispiel wieviel Kilometer gleichaltrige Frauen laufen. Da sollte mein Balken natürlich immer höher sein 🙂

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2015-08-12-10.21.42Außerdem kann man mit seinen gelaufenen Kilometer neue Level erreichen. Die bringen zwar nicht wirklich was, aber persönlichen Ruhm und Ehre. Ich bin derzeit im blauen Level, stehe aber kurz vor Lila, welches ich bei insgesamt 2.500 Km freischalte. Ziel ist, das noch in diesem Jahr zu schaffen. Denn im blauen Level dödele ich jetzt schon Jahre drin herum. Das muss sich nun endlich mal ändern.

 

 

 

 

2015-08-12-10.21.56Süß sind sonst noch so kleine Zwischenerfolge, bei denen du Auszeichnungen erhältst, wie zum Beispiel diese hier. Das mag alles großer Quatsch sein, für die persönliche Motivation ist es absolut großartig.

 

 

 

 

 

Aber das absolut allerschönste ist es, nach einem absolvierten Lauf, war er auch noch so eine Qual, die Aktivität auf Facebook und Instagram zu teilen. Es fühlt sich so gut an, danach etwas Anerkennung zu bekommen. Das hilft fast am Besten, weiterzumachen und nicht aufzugeben (naja und sein Gesicht will man ja auch nicht ganz verlieren, wenn man vorher zum Beispiel die große Klappe “Ich lauf bald Halbmarathon” hatte 😉 ) Und das gilt natürlich auch für meinen Blog. Ein bisschen habe ich mir mit der Veröffentlichung meiner Figur-Probleme und der Lösungsidee ja schon selbst in den Arsch getreten.

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In diesem Sinne, Popo hoch und raus an die frische Luft – es muss ja nicht gleich ein Halbmarathon sein 😉

eure Junimama

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In Dresden laufe ich liebend gern an der Elbe. Da ich Angst vor Hunden habe, komme ich dort am besten zurecht. Bei großer Hitze gehe ich aber auch mal in die nahegelegene Dresdner Heide. Dort habe ich aber immer die Angst, freilaufenden Hunden zu begegnen, weshalb ich dort immer mit ungutem Gefühl laufe.

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Meine  neuen Laufschuhe sind wie immer asics. Andere Schuhe kommen mir nicht an die Füße. Ich habe eine Pronation nach innen, deshalb kaufe ich immer welche mit Pronationsstütze.

Fotos: Katharina Bunk