Zurück in den Deutschland, zeitversetzt in eine andere Jahreszeit. Wo ist der Sommer hin? Ich hatte doch eben noch bei 30 Grad in der Sonne gelegen… Und jetzt heißt es auf einmal Heizung aufdrehen! Wuah… die ist leider nicht schnell genug. Da hilft wohl nur ein Blick auf die Urlaubsfotos. Auf das glasklare Meer, die goldenglänzende Hafenpromenade und dahinter  die steinige Berglandschaft…

Wer es nicht selbst gesehen hat, kann sich wohl nur kaum vorstellen in welchen Farben Meer glitzern kann. Von hellblau bis tiefes türkis ist alles dabei. Und wenn der Himmel dann noch frei von Wolken ist, erkennt man nur noch mit Mühe den Übergang am Horizont. Aber das wundervolle Meer ist nicht nur schön anzuschauen, es macht auch Spaß darin zu schwimmen. Dafür sollte man sich unbedingt eine Taucherbrille besorgen, denn das Adria-Gewässer gleicht einem Aquarium. Es ist so verlockend, mit den Fischen zu schwimmen, dass ich kurzerhand die Sorge um meine Haare (böses Salzwasser) über Bord warf und mich Meerjungfrauen-like unter die kleinen Kameraden mischte. Und das hat sich wirklich gelohnt – ich war mitten in einem Strom aus Fischen, die mich an Schwalben erinnerten. Sie schwammen wie auf einer Straße, immer zusammen im Strom. Es war als würde kurz die Zeit stehen bleiben… bis der erste Blubb aus dem Mund kommt und signalisiert, dass neue Luft gebraucht wird (NEIN, mit Schnorcheln komme ich nicht klar!). Dann gehts aufwärts – wie ich immer so schön sagte – mit dem Po voran. Denn irgendwie zog es den als erstes nach oben und gefühlt war das auch immer das letzte, was endlich die Wasseroberfläche verließ, wenn ich versuchte wie ein Delphin (natürlich nur in meiner Fantasie, in echt hatte es sicher eher etwas von einem Walross) unter Wasser zu tauchen. Ja, ich habe mich wahrlich nicht von meiner hübschesten Seite gezeigt, da tat die unsägliche Taucherbrille sicher auch nur noch sein übriges daran, aber ich fühlte mich wohl – und für einen kurzen Moment vergas ich alles um mich herum – ich schwebte im blauesten Blau…

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Anfahrt und Unterkunft:

Wir haben uns dazu entschieden mit dem Auto nach Kroatien zu fahren. In dem Wissen, dass diese Fahrt gerade für den Sohnemann sehr lang sein würde, sind wir über Nacht (mit viel Kaffee dabei) gefahren. Da wir Mitte September an einem Samstagabend losgefahren sind, hatten wir auch keinen Stau und sind so gut mit etwas über zwölf Stunden Fahrt in Split angekommen. Dort setzten wir mit der Fähre über auf die Insel Brac (halbe Stunde Überfahrt). Von Supetar aus sind es noch einmal rund dreißig Kilometer bis Bol. Unsere Unterkunft in Bol konnten wir auch schon um zehn Uhr morgens beziehen, was nach so einer Nacht total praktisch war. Der Mann, der immer der Reiseplaner ist, hat für uns ein kleines drei-Sterne Appartment ausgesucht. Das Appartmenthaus verfügte sogar über einen Pool für seine Gäste, was gerade für den Schweden toll war, denn er liebt Wasser und Baden.
In unserer kleinen Ferienwohnung mit separatem Schlafzimmer, einem kleinen Bad mit Dusche und Waschmaschine (absolut super!), einer großen Wohnküche und einem Balkon mit Blick auf das Meer fühlten wir uns sehr wohl. Alle paar Tage wurden wir mit frischen Handtüchern und Bettwäsche versorgt, was tatsächlich ein wenig Hotelfeeling versprühte. Wer nicht auf Internet im Urlaub verzichten möchte, wird dank des Free WiFi wohl auch ein breites grinsen im Gesicht haben – Angeber-Urlaubsfotos posten ist also auch möglich.

Und wer nicht jeden Tag in der ferieneigenen Küche stehen will kann es sich im Hafen in einem der vielen Lokale schmecken lassen. In zwei davon bekommt man als Gast des Gospojica zehn Prozent Nachlass. Hatte ich so bislang noch nie erlebt – ein absolutes Plus für die Ferienwohnung in Bol.
Ein Mini-Minuspunkt gibt es lediglich für die Lage des Pools, welcher direkt neben dem Parkplatz liegt und dadurch etwas ungemütlich wirkt (Augen zu beim Sonnen).

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Reisezeitraum und Freizeitgestaltung:

Mit dem Wetter hatten wir einen absoluten Glücksgriff gelandet. Mitte September hatten wir noch Temperaturen über 3o Grad – bestes Badewetter also für die Familie. Somit machten wir uns Tag für Tag auf den Weg zum “goldenen Horn”. Das ist der berühmte Strand in Bol, der seinen Namen natürlich dank seiner speziellen Form erhielt. Schön ist, dass es dort immer eine Seite gibt, an dem das Meer ruhig ist und eine Strandseite mit Wellen. Golden war aber nicht nur das Horn, sondern auch die wunderhübsche Hafenpromenade von Bol. Ich liebe diese von der sonne geküssten, glänzenden Fassaden und Gehwege.

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Da sich in unserer zweiten Urlaubswoche schon leicht der Herbst ankündigte und wir zwei Tage hatten, die verregnet und recht kalt waren, musste noch ein Alternativ-Programm her. Auch da hat Brac einiges zu bieten und beglückt vermutlich die Wanderfreunde, denn die bergige Landschaft hält einige Wanderrouten bereit. Wir haben uns an einem Tag, an dem es zu kühl zum Baden war, in den nächsten Ort aufgemacht nach Murvica und besuchten die Drachenhöhle. Der Weg ist relativ steil und nicht ganz ohne, aber für die Jungs war es ein kleines Abenteuer, sodaß ich (absoluter Wandermuffel) sie gern begleitet habe. Und ja, es hat auch Spaß gemacht 🙂

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Ein bisschen schade war es, dass sich in den letzten Tagen auf Brac schon das Saison-Ende deutlich abzeichnete. Die Außenanlagen (Aktiv-Spielplätze) wurden abgebaut und kleine Lokale schlossen bereits. Und dass, obwohl das Wetter noch traumhaft war und auch noch genügend Touristen auf der Insel waren. Obwohl man übrigens nicht das Gefühl hatte, dass es überfüllt war davon war. Vermutlich sind es in der Hochsaison um ein Vielfaches mehr an Urlaubern, was natürlich wieder ein absoluter Pluspunkt für den Reisezeitraum ist. Dennoch würde ich, wenn ich noch einmal fahren würde, genau eine Woche eher fahren.

Und nun wünsche ich euch viel Spaß beim Verweilen,
eure Junimama

 

 

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