Der Titel klingt gruselig und ehrlich gesagt, war es das auch. Wir hatten Kontakt mit Ringelröteln. Und das nicht weil irgendein ein Kind in der Kita welche hatte – nein – es war mein Kind. Aber dazu gleich mehr in aller Ruhe.

Der fünfte Monat (17-20 SSW) – Schwangerschaft und Ringelröteln

Zu Beginn des neuen Schwangerschaftsmonates stand der sechste Geburtstag des Schwedens auf dem Programm. Da der auf einen Montag fiel, gab es am eigentlichen Geburtstag nur eine kleine Feierlichkeit, denn die große Party war für das Wochenende angesetzt. Der Geburtstag war aber dennoch ein ereignisreicher Tag, denn die Kindergartengruppe des Schwedens unternahm einen Ausflug zur örtlichen Polizeistation. Und da ich Zeit hatte, begleitete ich die Gruppe. Nichts ahnend, dass das vielleicht nicht die beste Idee war…

Als ich nämlich den Schweden drei Tage später aus der Kita abholte fielen mir sofort seine feuerroten Wangen auf. Da es ein sehr heißer Tag war, glaubte ich an eine leichte Verbrennung und machte mir keinerlei weitere Gedanken darüber. Als der Schwede am nächsten Morgen jedoch immernoch die roten Wangen hatte, begann ich zu grübeln. Einen Sonnenbrand schloaa ich mittlerweile aus, da mir auffiel, dass seine Nase überhaupt nicht betroffen war, und diese würde man sich ja mit verbrennen. Ich begann also das zu tun, was man nicht tun sollte. Ich befragte Dr. Google. Der verriet mir relativ schnell, dass es sich um Ringelröteln handeln könnte. Da er aber an Armen und Beinen, keine roten Flecken hatte, hoffte ich, dass es das nicht war. Denn ich las leider auch sehr schnell, dass die Ringelröteln hoch ansteckend sind und in der Schwangerschaft sehr gefährlich für das Ungeborene sein könnten. Ich war natürlich sofort besorgt und rief sofort unseren Kinderarzt an. Dort wurde ich erstmal beruhigt, denn rote Wangen können auch viele andere Gründe haben. Ich schöpfte also Hoffnung und fuhr mit dem Schweden zur Sprechstunde. Der Kinderarzt schaute ihn sich kurz an und verkündete dann lächelnd: „Ja, das sind Ringelröteln!“ Ich konnte mir in meinem Schrecken das SCH…-Wort nicht verkneifen. Panik stieg auf und ich wusste überhaupt nicht, was es da zu Lachen gab. Er meinte das wäre für Kinder ganz unkompliziert und nichts Schlimmes. Das ist ja schön und gut, sagte ich, und deutete dann aber auf meinen Bauch. Völlig aufgelöst fragte ich, was zu tun wäre. Er riet mir einen Bluttest auf Immunität beim Frauenarzt machen zu lassen und das am besten sofort. Er versuchte mich auch zu beruhigen und meinte, dass die meisten Erwachsenen diese Krankheit unbemerkt schon durchgemacht haben und somit immun sind. Ab diesem Tag begann also für mich das große Zittern.

Habe ich mich mit Ringelröteln angesteckt?

Der Bluttest bei der Frauenärztin war gottseidank direkt möglich. Es war natürlich ein Freitag und so hieß es, das ganze Wochenende bibbern. Blöderweise sind diese Ringelröteln eben für Schwangere die die 20 Woche noch nicht überschritten haben, besonders gefährlich. Wir waren also alle entsprechend nervös und fieberten dem Montagmorgen entgegen. Bis dahin hoffte ich einfach, immun zu sein, so wie 70 Prozent aller Erwachsenen.

Als das gefühlt ewig lange Wochenende endlich vorbei war, und ich mit klopfendem Herzen die Nummer wählte klingelte es am anderen Ende der Leitung einfach nur, bis schließlich der Anrufbeantworter ran ging. Er erzählte mir es wäre Urlaubszeit und somit heute keine Sprechstunde. Ich wusste ja, dass meine Frauenärztin gerade nicht da war, aber man versicherte mir bei der Blutabnahme, dass sich die Kollegin darum kümmern würde und ich montags einfach anrufen könnte. Zudem hieß es, wenn irgendetwas wäre, könnte ich auch davon ausgehen, dass man mich anrufen würde. Noch ein wenig hoffnungsvoll, doch noch jemanden zu erreichen, drückte ich über den Tag verteilt bestimmt bis zu 100 Mal auf die Wahlwiederholung. Es nützte aber nichts. Der einzige der mit mir sprach war der AB. Ich versuchte es also wieder mit Selbstberuhigung. Sie wollten sich melden wenn etwas ist. Ich werde also immun sein. Und mit Sicherheit würde ich am nächsten Tag jemanden erreichen. Und so sicher wie ich mir nun war, dass keine Gefahr für mich bestünde, holte ich am Nachmittag natürlich auch meinen Sohn wieder aus der Kita ab. Die Viren, die dort vermutlich noch verkehren, würden mir ja nichts tun…

Nervenkrieg um die Ringelröteln

Am nächsten Morgen versuchte ich erneut die Praxis zu erreichen. Und ich hatte Glück, es nahm eine echte Person ab. Als ich nach meinem Ergebnis fragte, erklärte mir die leider sehr unfreundliche Dame, dass ich erst morgen wieder anrufen könne. Da war es aber auch schon mit meiner Geduld vorbei. Ich erklärte ihr dass man mir versprochen hätte, dass ich schon gestern das Ergebnis bekomme und das ich keinen Tag länger warten könnte um zu erfahren ob ich mich mit dieser Scheiße  Krankheit angesteckt habe. Immerhin wollte sie bei der Ärztin nachfragen, ob sie mir das Ergebnis am Telefon mitteilen dürfte, weshalb ich mich in einer Stunde nochmal melden sollte. Also wieder warten und Nerven lassen. Aber die Zeit war relativ schnell um und als ich erneut anrief sagte mir die immernoch unfreundliche Dame trocken, dass ich nicht immun wäre und in zehn Tagen nochmal zur Blutabnahme kommen solle. Ich hatte demnach noch keine Ringelröteln und habe mich im Moment auch nicht angesteckt. Aber da die Inkubationszeit 14 Tage beträgt, wusste ich, dass die Gefahr noch da war. Also stieg meine Aufregung und ich hatte unendlich viele Fragen. Zum Beispiel ob sich der Mann jetzt auch am besten testen lassen sollte. Die Dame verwies mich aber darauf, dass ich dies nur mit der Ärztin besprechen könne und dies erst morgen möglich sein würde.
Das war in dem Moment ein wenig zu viel für mich und ich wurde auch patzig. Morgen wollte ich auch nicht telefonieren, denn ich musste sofort wissen, was zu tun ist. Nützte aber alles nichts, denn an Informationen kam ich über sie nicht mehr heran. Auch auf meine Nachfrage, warum ich nicht angerufen wurde, wenn ich doch keine Immunität habe, hatte sie keine Antwort.

Im Anschluss an dieses unsägliche Gespräch, welches viele Fragezeichen in meinem Kopf hinterlassen hatte bin ich ins Büro zu meiner Chefin gefahren. Ihre Mutter arbeitet auch als Arzthelferin in einer Frauenarzt-Praxis und vielleicht könnte sie mir helfen. Ich war so aufgelöst, dass mir während meiner Fahrradfahrt die Tränen über die Wangen liefen.  Tränen der Wut, weil ich mich so hilflos gefühlt habe. Ich wusste gleich, dass wenn meine Frauenärztin nicht zufällig im Urlaub gewesen wäre, sie mich nicht so hängengelassen hätte. Ich habe richtig gemerkt, dass ich nicht die Patientin von der Vertretung bin und sie meine Geschichte auch nicht kennt.
Im Büro angekommen gab es zumindest erstmal positive Nachrichten, denn die Mutter meiner Chefin meinte, dass die Wahrscheinlichkeit sich anzustecken, direkt am Anfang am höchsten ist, sodaß ich mich vermutlich wirklcih nicht damit infiziert habe. Immerhin war der Schwede ja zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr ansteckend, denn bei Ringelröteln ist man vor Ausbruch der Symptome, also noch vor den roten Wangen, ansteckend.  Deshalb ist die Sache natürlich tückisch, weil man es einem Erkrankten in der ansteckbaren Phase nicht ansieht. Das hieß für mich also auch, dass der Kindergarten erstmal tabu war.

Parvo-Virus B19 steht für Ringelröteln

Nach erneuter Blutkontrolle innerhalb der nächsten Woche fanden sich immernoch keine Antikörper in meinem Blut, sodaß  man sicher sein konnte, dass ich mich nicht angesteckt habe. Die Vertretungsärztin, die bei mir wenige Tage später auch den großen Ultraschall machen sollte, war im persönlichen Gespräch dann auch sehr nett. Ich vermute mal, ich hatte in der Woche einfach Pech, weil dort auf Grund von Urlaubszeiten jede Menge los war. Ich möchte an dieser Stelle auch sagen, dass ich sonst hochzufrieden mit der Praxis bin.

Zweit-Trimester-Screening: Wird es ein Mädchen oder ein Junge?

Nach dem ganzen Ringelrötel-Hickhack stand der große Ultraschall auf dem Plan. Da bei diesem Termin ein Outing sehr wahrscheinlich ist, hatte ich Mann und Kind im Schlepptau. Wir waren alle aufgregt, obwohl wir vom Gefühl her ja schon eine Ahnung hatten, was da in meinem Bäuchlein heranwächst. Die Ärztin begann also mit ihrer Arbeit und stellte relativ schnell fest, dass das Baby ultraschallungünstig, nämlich in Querlage, lag. Und das war nicht nur blöd für uns, sondern auch für sie, weil sie ihre wichtigen Messungen nicht machen könnte. Sie wurschtelte also ein wenig auf dem Bauch herum, versuchte das Baby auch zu einer Bewegung zu motivieren, aber so richtig glücklich sah sie nicht aus. Das Herz mit all seinen Kammern konnte sie gut sehen, aber die Wirbelsäule, und ob sie komplett mit Haut umschlossen ist, wiederum nicht. Nach einer Weile herumsuchen fror sie das Bild ein. Sie fragte unseren Schweden, was er sich als Geschwisterchen wünschte… Und dann verriet sie uns allen was sie sah. Da es für mich aber zu unsicher war, weil der Ultraschall an diesem Tag nicht so gut lief, brauchte ich mehr Sicherheit und wollte einen weiteren Ultraschall abwarten. Deshalb werde  ich euch das Geschlecht erst im nächsten Monats-Update verraten. Also ein bisschen Geduld noch.


Endlich Kindsbewegungen?

Nachdem ich ja schon im letzten Monat darauf gewartet hatte, konnte ich zirka ab Mitte des Schwangerschaftsmonates echte Bewegungen spüren. Die erste fühlten sich so an, als würde das Baby die gesamte Innenwand abfahren. Mit der Zeit wurden die Bewegungen regelmäßiger und deutlicher. Aber von außen leider noch nicht spürbar. Beim großen Urltaschall hatte ich übrigens auch die Erklärung gefunden, warum ich das Babylein bislang nicht besonders spüren konnte, denn die Plazenta lag genau davor. So ist es für dieses kleine zarte gerade mal Butterschwere Bündelchen natürlich noch schwieriger gewesen, auf sich aufmerksam zu machen.

Schwangerschafts-Fakten

Körperliche Veränderungen: Mein Bauch ist immernoch leicht unförmig. Sprich, er ist unter der Brust noch etwas größer als auf Bauchnabelhöhe, sprich da wo das Baby zu diesem Zeitpunkt noch saß. Ich hoffte dass er sich bald angleicht, damit er auch endlich etwas hübscher aussieht, zumal sich die Badesaison  ankündigt. Die Brust hat inwischen eine Dimension angenommen, die mir beginnt Angst zu machen. Denn mittlerweile passen mir nur noch die Still-BHs, die ich mir nach der Geburt vom Schweden geholt hatte. Die anderen, die ich vorher noch anziehen konnte, die auch noch Bügel hatten, konnte ich gar nicht mehr anziehen. Die Bügel drücken nämlich auf den Bauch und hinterlassen dort nicht nur Abdrücke sondern auch Schmerzen. Zudem sitzen die zwei „Kolleginnen“, wenn man sie zurecht rückt, so nah beieinander, dass die Haut zusammenklebt und sich dort kleine Rötungen bilden. Von dem Schwitzfaktor mal ganz abgesehen, ich habe begonnen mir Deo zwischen die Brüste zu schmieren.

Gewicht: 67,8 Kilo (plus 3,2 Kilo in einem Monat) Zunahme gesamt 8,8 Kilo (Ohweija=

Schwangerschaftsgefühl: Es begleitet mich ein leichtes Unwohlsein wenn ich mir meinen schwangeren Körper so anschaue. Die Brüste sind schon megagroß, größer als sie beim Schweden zuletzt waren und dass der Bauch schon enorm gewachsen ist, sehe ich nicht nur selbst, es wird mir ja auch täglich ungefragt auf’s Brot geschmiert. Dazu sah ich mich auf Urlaubsfotos im Schwangeren-Bikini und war extrem schockiert. Von meiner alten Figur war nichts mehr übrig. Und wenn man genau hinsah, fand man sogar Dellen an den Oberschenkeln. Sowas hatte ich noch nie. Mein Körper ging derart ungünstig auseinander, das für mich fortan die Badesaison beendet war. Ich weiß noch, dass ich mich mit dem Schweden im Bauch nicht so unwohl gefühlt habe im fünften Monat. Auch kann ich mich daran erinnern, dass meine damalige Frauenärztin noch zu mir meinte, ich würde noch so unschwanger aussehen. Tja, das war dann aber wohl beim zweiten Kind gänzlich anders. Es war fast so als wäre ich ein Hefeteig. Ich bin gespannt wo das noch enden soll…

Schwangerschaftstagebuch in Monaten: Alle bisherigen Beiträge

4. Schwangerschaftsmonat: Ängste, ein großer Bruder und ein komischer Bauch
3. Schwangerschaftsmonat: Nackenfaltenmessung: Ja oder Nein?

Zweite Schwangerschaft: Der erste und zweite Monat
Ein kleines Wunder

Viel Spaß beim Verweilen,
eure Junimama

 

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